Samstag, 5. März 2011

Mein Haus

Nachdem ich öfter die Nachfrage bekommen habe, doch mal ein Bild von mein Haus in meinen Blog reinzustellen, will ich dieser nun mal nachkommen, bevor ich gar nicht mehr darin wohne.
Das war also mein zu Hause für ein Jahr...

Mittwoch, 2. März 2011

Das Jahr neigt sich dem Ende zu

Nächste Woche Freitag wird mein letzter Arbeitstag bei KDA sein. Es ist unglaublich wie schnell dieses Jahr vorbei ging! Vor allem die zweite Hälfte meines Freiwilligenjahres verging wie im Flug. Es gab viel zu tun, ich bekam Besuch und gerade ist auch das Zwischenseminar der Ausreisegruppe nach mir zu Ende gegangen, das ich hier in Karatu organisiert habe. Nun bleiben mir noch anderthalb Wochen die noch stark von Arbeit geprägt sein werden, da es noch ein paar Sachen gibt, die fertig gestellt werden müssen bevor ich gehe. Es wird nicht leicht sein für mich Karatu zu verlassen, nachdem dieses kleine Städtchen für ein Jahr mein zu Hause war und ich auch viele Freunde hier gewonnen habe!

Nachdem ich Karatu verlassen werde, werde ich erstmal für ein paar Tage nach Mto wa Mbu gehen, um mich dort von Freunden zu verabschieden. Mit einem meiner Freunde werde ich danach sein Heimatort Marangu bei Moshi besuchen. Wenn ich Marangu verlasse, werde ich mich auch von der letzten Person, die mich hier ein Jahr begleitet hat, verabschieden müssen. Bevor ich komplett aus Tanzania verschwinden werde, werde ich noch ein Abstecher nach Dar es Salaam machen, wo ich meinen neuen Reisepass abholen muss.

Die erste Station nach Dar wird Mombasa in Kenia sein, wo ich mich dann mit Jacques treffen werde und unsere Rückreise beginnen wird. Natürlich sind wir uns im Klaren, dass die Situation in Nordafrika und Sudan unsere Rückreise nicht vereinfachen wird, aber wir werden schauen was kommt und wenn Nordafrika noch immer unruhig sein wird, werden wir versuchen auf anderem Wege Deutschland zu erreichen. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen. Wir werden ganz sicher wieder heile in Deutschland ankommen.
Ich hoffe auch auf Reisen manchmal die Chance (und vor allem eine stabile Internetverbindung) zu bekommen, um euch über unsere Reise auf dem Laufenden zu halten!

Die Reise geht los…

Samstag, 29. Januar 2011

Zeit der Besuche

Wieder einmal habe ich schon lange nichts mehr von mir hoeren lassen. In der letzten Zeit war sehr viel los und momentan bin ich mit meiner Mutter auf Sansibar. Ein Netbook habe ich dabei, da ich schon bald meine Arbeit hier beenden werde und daher noch einige Sachen fertig massen muss. Daher der Vorschlag meinen Chefs, das Netbook mitzunehmen und von hier aus zu arbeiten. Momentan arbeite ich an einer Anleitung, wie wir den Wasser Tank in Kambi ya Faru gebaut haben.

Kurz vor Weihnachten hatte ich ja mal kurz erwaehnt, dass ich mich zum Lake Tanganyika aufmache. Anfang Dezember kam mich Jacques aus Uganda besuchen. Leider musste ich unter der Woche arbeiten, weswegen wir nur das Wochenende in der Gegen um Karatu richtig ausnutzen konnten. Und das haben wir auch gemacht. Zusammen mit ein paar Freunden sind wir zum Lake Natron gehfahren und haben der Berg Gottes der Maasai, Ol Donyo Lengai, bestiegen. Ol Donyo Lengai ist ein noch immer aktiver Vulkan und ist das letzte mal 2007 ausgebrochen. Fuer mein Empfinden ist es der steilste Berg Tansanias, was auch sehr gut der Wahrheit entsprechen koennte. Nachts um Mitternacht ging die Besteigung los. Nicht wirklich ausgeruestet und nicht bedacht, wie kalt es dort oben sein koennte kletterten wir fuer ca 7 Stunden diesen niemals endenden Berg hoch. Ich weiss nicht was ich mir dabei gedacht habe, diesen Berg zu besteigen, aber ich war sehr stolz auf mich es gemeistert zu haben, nachdem zeitweilig manche meiner Freunde dachten, ich wuerde aufgeben. Leider haben wir auch oben ausser dem Rand des Kraters nichts gesehen, da es viel zu neblig war. An guten Tagen soll man einen schoenen Sonnenaufgang und auch den Kilimanjaro sehen, aber das blieb bei uns leider aus. Aber trotzdem hatten wir beim Runtersteigen eine unglaubliche Sicht auf die Ngororongoro Highlands, die Serengeti und natuerlich dem Lake Natron.

Bald darauf ging es dann los zum Lake Tanganyika und irgendwie klappte nichts so richtig wie wir es vorgenommen hatten. Die alte deutsche Faehre, die wir ab Kigoma bis ans Suedende des Sees nehmen wollten, fuhr ploetzlich nur noch 2 mal im Monat anstatt 4 mal, weswegen wir unsere Plaene etwas aendern mussten und die Strassen nehmen mussten. Trampen klappte leider nicht so gut und fast immer mussten wir zahlen. Da die Strassen auch nur Erdstrassen sind, kamen wir sehr langsam voran. Insgesamt sahen wir zwei mal den See. Einmal in Kigoma am Nordende und das andere Mal in Kasanga am Suedende. An beiden Orten verweilten wir einige Tage und genossen den See und Strand. Vor allem in Kigoma zelteten wir an einer unglaublich schoenen Bucht mit rotem Sandstrand. Sylvester und ein paar Tage laenger verbrachten wir dann in Dar es Salaam, bevor wir zusammen wieder zurueck nach Karatu gingen. Waehrend Jacques krank bei mir zuhause rumlag, musste ich wieder zurueck zur Arbeit.

Nichtmal eine Woche nachdem Jacques weg war, kam meine Mutter schon in Tansania an. Zweienhalb Wochen bleibt sie hier. Direkt am zweiten Tag gingen wir auf Safari in die Serengeti und in den Ngorongoro Crater. Die Serengeti war leider etwas regnerisch, dennoch sahen wir eigentlich alle Tiere die man gesehen haben muss. Und Unmengen von Gnus, soweit das Auge reichte. Die Migration haben wir also gesehen. Ich schlief die erste Nacht wie ein Stein, aber die anderen hoerten nachts Hyaenen schreien. Dabei sei zu erwaehnen, dass wir zelteten. In der zweiten Nacht uebernachten wir am Rand des Ngororongoro Kraters, wo nachts ploetzlich Bueffel auf dem Zeltplatz standen. Eine ziemlich ungewohnte Situation, aber wir wurden beruhigt, dass sie keine Zelte eintrampeln und auch nicht zu uns ans Lagerfeuer kommen wuerden. Ich sass dann noch etwas laenger als die anderen mit den Fahrern am Feuer und irgendwann waren die Bueffel unglaublich nahe, so dass es mir kurz doch etwas mulmig wurde. Aber sie interessierten sich eher fuer das leckere Gras.

Auch sonst wurde meine Mutter unglaublich lieb von meinen Freunden hier aufgenommen. Familie ist hier eben doch etwas sehr besonderes und alle wollten sie kennen lernen. In Mto wa Mbu wurde sie von Eli und seiner Familie auch zu einem riesigen Essen eingeladen, wo auch meiner anderen Freunde von Mto wa Mbu kamen. Davon war ich sogar ueberwaeltigt. Danach ging es weiter nach Dar es Salaam, wo ich endlich meinem Zweitpass fuer meine Rueckreise beantragt habe (ich habe einen israelischen Stempel in meinem Pass, der mir spaetestens im Sudan ganz sicher Probleme machen koennte). Fuer alle die es noch nicht wissen,- ja ich reise nun wirklich ueber Land zurueck nach Deutschland. Der Plan ist ca. 4-6 Monate unterwegs zu sein, d.h spaetstens Ende September sollte ich wieder in Deutschland sein. Zurueck zu Dar – nach einer Nacht und der erfolgreichen Beantragung meines Zweitpasses nahmen wir die Fahere nach Sansibar, die ich dieses Mal ohne Kotzgefuehl uberstanden habe. Zwei Naechte verbrachten wir in Stone Town, machten auch eine Gewuerztour mit, und seit Mittwoch befinden wir uns jetzt am Strand in Paje. Am Sonntag fliegt meine Mama zurueck und ich hoffe noch eine weiter Nacht in Stone Town zu verbringen, bevor ich mich wieder auf die Heimreise mache.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Weihnachten - Zeit zum Entspannen

Heute ist mein letzter Arbeitstag und dann heisst es erstmal zwei Wochen Ferien. Heute wird nur noch das Dach des Wassertanks fertig gestellt und dann werden nur noch die Regenrinnen angebracht. Naechstes Jahr werde ich dann direkt damit anfangen die Anleitung zum Bau unseres Wassertanks schreiben.

Mit Muavika sind wir immer noch am auswerten der gesammelten Daten. Denn eigentlich wollte World Vision uns etwas unter die Arme greifen, aber das hat nicht ganz geklappt, weswegen unser Zeitplan den Bericht schon komplett fertig zu haben, nicht ganz geklappt hat. Dies werden wir dann auch naechstes Jahr fertig stellen.

Und jetzt heisst es wieder Reisen. Seit einer Woche habe ich bereits Besuch von Jacques und morgen geht es mit ihm los an den Tanganika-See im Westen des Landes. Der Plan ist es mit einer alten deutschen Faehre aus Kolonialzeiten den See von Norden nach Sueden zu ueberqueren und wenn die Zeit reicht noch an den Lake Nyasa/Malawi.

Ich hoffe ihr werdet eure Feiertage auch geniessen und schoene Stunden mit Familie und Freunden verbringen. Somit frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Muavika und Teraja II - es gibt viel zu tun!

Nun habe ich schon länger nicht mehr über die Arbeit geschrieben. Momentan ist auf Arbeit ziemlich viel zu tun, weswegen ich gerade zu gar nichts mehr komme. Wie ich bereits geschrieben habe hat das große Projekt „Muavika“ nun angefangen und nach der Capacity Building ging es richtig los. Baseline Survey vorbereiten, mit anderen Institutionen treffen, die im gleichen Dorf arbeiten, um heraus zu finden, inwiefern man kooperieren kann, und so weiter und so fort. Eine ganze Woche waren wir dann jeden Tag im Dorf, haben Fragebögen in ca. 70 Haushälten ausgefüllt, Fragebögen an Schulkinder verteilt, Wasserstellen identifiziert, mit den Dorfältesten und Vorsteher geredet, ein Community Meeting veranlasst, Wealth Ranking durchgeführt und vieles weiteres. Allles natürlich um ein grundlegendes Wissen über die Wasser und Hygiene-Situation in Kambi ya Frau zu bekommen, um das Projekt besser den Nöten der Menschen anpassen zu können. Nach dieser Woche waren wir dann ziemlich ausebrannt, aber es war auch richtig interressant mit vielen verschiedenen Menschen zusammenzuarbeiten und ein besseres Bild von dem Dorf zu bekommen. Nachdem also die Feldarbeit abgeschlossen ist, sind wir momentan noch dabei diese Unmengen von Daten zu bearbeiten und zu analysieren. Wir hoffen dies noch vor Weihnachten abschliessen zu können.

Dann kamen noch zwei Ingenieure von den dänischen Ingenieuren ohne Grenzen. Vitus, der im Mai bereits da war, und Kristin, eine junge Ingeniieurin. Beide sind gekommen um Teraja II zu starten – den Bau eines Regenwassertanks an der gleichen Schule an der wir auch die Latrine gebaut haben. Somit ist dann auch bald gewährleistet, dass die Hygiene-Erziehung, die wir in der Schule praktiziert haben, auch zumindest in der Schule angewendet werden kann. Kirstine war zwei Wochen da und Vitus insgesamt für 4 Wochen. Er wird am Freitag abreisen. Der Wassertank wird am Ende 50 Kubikmeter umfassen. Um die Kosten niedrig zu halten, sind die beiden Ingenieure mit der Idee angereist, den Wassertank mehr in die Tiefe zu bauen als in die Höhe, da man somit an Bricks sparen kann, da wir den Mörtel direkt an die Erde gehauen haben. Das Grundgerüst für den Wassertank steht bereits. Jetzt muss nur noch das Dach her und die Regenrinnen an der Schule angebracht werden, die das Wasser sammeln werden. Auch dies hoffen wir vor Weihnachten abgeschlossen zu haben. Da ich bereits für die Latrine eine Bedienungsanleitung geschrieben habe, wurde ich auch diesmal wieder darum gebeten, die Bedienungsanleitung zum Bau unseren Typs eines Wassertanks zu schreiben. Beide Bedienungsanleitungen sollen dann noch ins Kiswahili übersetzt werden und dann an das Distrikt und verschiedenen Institutionen verteilt werden. Daher bin ich gerade auch immer präsent, wenn sich beim Bau was tut. Das heisst, nun bin ich also in zwei Projekten aktiv beteiligt.

Nebenbei organisiere ich gerade auch noch für meine Entsendeorganisation Artefact das Zwischenseminar für die Freiwilligen die diesen Sommer ausgereist sind. Dies wird Ende Februar in Karatu stattfinden. Somit bin ich also gerade ziemlich gut ausgelastet.

Daher werde ich leider doch kein Nebenprojekt anfangen. Zeitlich wäre dies einfach nicht mehr möglich, da ich ja bereits Mitte März meine Arbeit bei KDA beenden werde.

Da es nun auch auf Weihnachten zugeht und dies die Zeit der Großzügigkeit ist, wollte ich nochmal auf meinen Spendenaufruf verweisen, da mir immer noch etwas Geld fehlt um die das 25%-Ziel zu erreichen. Vielen Dank bereits im voraus für weitere Spenden und auch nochmal vielen Dank an alle die bisher gespendet haben!

Eure Vanessa






Mittwoch, 24. November 2010

Mein Geburtstag

Zu aller erst – vielen Dank an alle die an mich gedacht haben fuer die lieben Glückwünsche. Obwohl Geburtag feiern nicht wirklich groß ist in Tansania (viele wissen nicht mal genau, wann der Geburtstag ihrer Kinder ist), habe ich trotzdem mit Freunden und Kollegen bei einem großen Dinner auf mein Ehrentag angestoßen. Dabei habe ich viele traditionelle Stoffe geschenkt bekommen (Khanga, Kitenge, Maasai Shuka). Das lustige dabei ist, dass man bei jedem Geburtstag eigentlich weiss, was geschenkt wird, da Frauen immer meist Khanga und Kitenge und die Männer Shukas bekommen. Und wenn man die Stoffe überreicht bekommt wird man in jeden einzelnen eingewickelt, es wird ein Photo gemacht und weiter geht’s. Hier in Karatu tragen noch ein Großteil der Frauen Kleidung, die v.a. aus Kitenge geschneidert wurde. Khanga wird jedoch genauso oft gesehen. Die etwas besser situierten Frauen tragen jedoch Kitenge. Khanga wird dann zuhause benutzt. Shuka sind im Prinzip Gewänder, wie man sie von den Maasai gewohnt ist. Die Männer des Hauptstammes in Karatu Iraqw tragen jedoch aehnliche Shukas. Auch ist es hier ganz wichtig, dass es bei jeder Party/Anlass einen Master of Ceremony gibt, der dann eine Ansprache ueber die jeweilige Person halten muss. Am Anfang meines Aufenthaltes empfand ich dies als etwas steifes, aber mittlerweile find ich es eigentlich nur amüsant, wie die Leute hier auf sowas abfahren!






Einen Tag zuvor wurde ich auf eine Vor-Geburtstags-Safari im Lake Manyara Nationalpark eingeladen. Zwar war ich zuvor schon öfter auf der anderen Seite des Lake Manyaras, jedoch gibt es dort nicht so einen schönen Wald wie auf der Seite des Nationalparks. Langsam sind dort auch wieder mehr Tiere zu sehen, da die kleine Regenzeit bereits angefangen hat. Löwen haben wir leider nicht gesehen, dafür aber Zebras, Gnus, Impalas, Giraffen, Affen, Paviane, Warzenschweine und Nilpferde.



Freitag, 29. Oktober 2010

Muavika

Seit ich zurueck bin von meiner kleinen Reise haben die Vorbereitungen fuer unser naechstes Projekt “Muavika” angefangen. Das Projekt Teraja 1 war sozusagen ein Test-Projekt fuer Muavika, weswegen dieses Projekt auch im Bereich Wasser, Hygiene und Sanitaere Anlagen angesiedelt ist. Das Augenmerk Muavikas wird auf der Sensibilisierung fuer Hygiene der Bewohner des Dorfes liegen. Dabei werden wir zwei Methoden verwenden – CLTS (Community-Led-Total-Sanitation) und SLTS (School-Led-Total-Sanitation). In beiden Methoden und auch anderen Dingen wurden wir demletzt fuer 5 Tage von SNV, einer Capacity-Building-Organisation, trainiert. Innerhalb Muavikas werden wir auch demosntrieren wie man billige Haushalts-Latrinen baut und 10% der aermsten Bewohner des Dorfes bekommen diese umsonst. Momentan sind wir dabei den Baseline Survey (Sammeln von Basisdaten) vorzubereiten.

Nebenbei mache ich mir gerade noch Gedanken ueber ein kleines Nebenprojekt, dass ich in Muavika integrieren will. Naechste Woche weiss ich dann mehr dazu und kann dann genauere Infos geben.